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Lohn & Recht

Überstunden in Deutschland: Ihre vollständigen Rechte 2026

Sie bleiben abends länger, springen kurzfristig ein und arbeiten am Wochenende durch. Werden diese Stunden bezahlt, und darf der Arbeitgeber das überhaupt verlangen? Dieser Leitfaden erklärt Ihre Rechte bei Überstunden in Deutschland 2026.

Arbeitnehmer bleibt abends länger im Büro und leistet Überstunden

Was zählt als Überstunde?

Eine Überstunde ist jede Arbeitszeit, die über Ihre vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht. Steht im Vertrag eine 38-Stunden-Woche und Sie arbeiten 42 Stunden, leisten Sie vier Überstunden. Davon zu unterscheiden ist die Mehrarbeit, die über die gesetzliche Höchstarbeitszeit hinausgeht oder besondere Personengruppen betrifft. Wichtig: Eine Überstunde liegt nur vor, wenn der Arbeitgeber sie angeordnet, gebilligt oder geduldet hat.

Wie viele Überstunden sind erlaubt?

Pro Werktag dürfen Sie grundsätzlich nicht länger als acht Stunden arbeiten, verlängerbar auf zehn Stunden bei Ausgleich im Sechs-Monats-Schnitt. Daraus ergibt sich eine zulässige Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden. Diese Obergrenzen gelten unabhängig vom Arbeitsvertrag — Verstöße kann die Aufsichtsbehörde mit Bußgeldern ahnden.

Müssen Überstunden bezahlt werden?

Es gibt in Deutschland keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf einen Überstundenzuschlag — das regeln Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Trotzdem dürfen angeordnete oder geduldete Überstunden nicht einfach verfallen: Fehlt eine ausdrückliche Regelung, gilt nach BGB die übliche Vergütung als vereinbart. Pauschale Klauseln wie „mit dem Gehalt sind alle Überstunden abgegolten" sind nur wirksam, wenn klar erkennbar ist, wie viele Stunden abgedeckt sind.

Zuschlag, Freizeitausgleich, Teilzeit & Minijob

Viele Tarifverträge enthalten Zuschläge zwischen 25 und 50 %. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge können steuer- und sozialabgabenfrei sein, ein reiner Überstundenzuschlag bleibt steuerpflichtig. Beim Arbeitszeitkonto wird Mehrarbeit gutgeschrieben und später ausgeglichen — bleibt zum Ende des Arbeitsverhältnisses ein Plus, muss es meist ausgezahlt werden.

Auch in Teilzeit gibt es Überstunden ab der ersten Stunde über der vereinbarten Zeit. Beim Minijob (Verdienstgrenze 603 €/Monat seit 2026) können zu viele Überstunden das Beschäftigungsverhältnis unbeabsichtigt sozialversicherungspflichtig machen.

Überstunden dokumentieren & berechnen

Wer seine Stunden nicht erfasst, kann sie im Streitfall kaum beweisen. Notieren Sie täglich Beginn, Ende und Pausen — Ihr Arbeitgeber ist ohnehin verpflichtet, ein Zeiterfassungssystem bereitzustellen. Mit dem Arbeitszeitrechner ermitteln Sie aus Anfangszeit, Endzeit und Pause Ihre tatsächliche Arbeitszeit.

Beispiel: Vertrag über 40 Std./Woche, an drei Tagen bis 18 statt 17 Uhr — das sind drei Überstunden pro Woche, bei vier Wochen im Monat also zwölf Überstunden. Bei 22 €/Std. ergibt das 264 € Anspruch, sofern keine Abgeltung vereinbart ist. Ihren Stundenlohn ermitteln Sie mit dem Stundenlohnrechner.

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Häufig gestellte Fragen

Darf ich Überstunden verweigern?

Grundsätzlich ja. Eine Pflicht zu Überstunden besteht nur, wenn sie im Vertrag, Tarifvertrag oder per Betriebsvereinbarung vereinbart ist oder ein echter Notfall vorliegt.

Wie lange kann ich Überstunden geltend machen?

Üblich sind tarifliche oder vertragliche Ausschlussfristen von oft drei Monaten. Ohne solche Fristen gilt die regelmäßige Verjährung von drei Jahren.

Verfallen Überstunden bei Krankheit oder Urlaub?

Nein. Bezahlt geleistete Überstunden bleiben bestehen und werden nicht durch Krankheit oder Urlaub aufgezehrt.

Muss der Arbeitgeber Überstunden auszahlen, wenn ich kündige?

Ein offenes Plus auf dem Arbeitszeitkonto muss in der Regel ausgezahlt werden, wenn ein Abbau durch Freizeit nicht mehr möglich ist.

Eigene Überstunden berechnen

Ermitteln Sie mit dem Arbeitszeitrechner sofort Ihre tatsächlich geleisteten Stunden und behalten Sie den Überblick über Ihre Mehrarbeit.

Redaktion Arbeitszeitrechner

Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Rechtsberatung.