Arbeitszeitrechner

★ Kostenloser Online-Rechner nach §4 ArbZG

Arbeitszeitrechner & Stundenrechner

Der präzise Arbeitszeitrechner, Stundenrechner und Zeitrechner für Ihre Arbeitszeit, mit gesetzlichen Pausen, Dezimalstunden und Industrieminuten. Arbeitszeit präzise berechnen, inkl. Pausen und Nachtschicht.

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So benutzen Sie den Arbeitszeitrechner richtig

Der Rechner benötigt drei Angaben: Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Ihre Pausenzeiten. Alle weiteren Werte berechnet er automatisch.

Arbeitsbeginn eingeben

Tragen Sie Ihren Arbeitsbeginn minutengenau ein. Wenn Sie nachts arbeiten – etwa von 22:00 bis 06:00 Uhr – erkennt der Rechner den Tageswechsel automatisch und berechnet die Stunden korrekt.

Arbeitsende eintragen

Geben Sie Ihre Endzeit minutengenau ein. Der Rechner erkennt automatisch, ob ein Tageswechsel vorliegt, und berechnet Brutto- und Nettoarbeitszeit vollständig.

Pausen in Minuten eingeben

Pausen tragen Sie in Minuten ein. Sie können bis zu vier einzelne Pausen eintragen. Haben Sie weniger als sechs Stunden gearbeitet, lassen Sie das Pausenfeld leer.

Ergebnis ablesen

Der Rechner gibt das Ergebnis in zwei Formaten aus: Stunden:Minuten – z. B. 7:45 Stunden, und Dezimalstunden – z. B. 7,75 Stunden. Gesetzliche Pausenpflichten werden automatisch angezeigt.

Brutto- vs. Nettoarbeitszeit: Was der Unterschied bedeutet

Nach §2 Abs. 1 ArbZG gilt nur die Nettoarbeitszeit als rechtlich relevante Arbeitszeit. Diese Zahl entscheidet über Lohn, Überstunden und gesetzliche Limits.

Bruttoarbeitszeit

Bruttoarbeitszeit ist die gesamte Zeit zwischen Arbeitsbeginn und Arbeitsende – inklusive aller Pausen. Diese Zahl steht auf dem Dienstplan.

Beispiel: Beginn 08:00 Uhr, Ende 17:00 Uhr = 9 Stunden Bruttoarbeitszeit

Nettoarbeitszeit

Nettoarbeitszeit ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit nach Abzug aller Pausen. Diese Zahl entscheidet über Lohn, Überstunden und gesetzliche Limits.

Beispiel: 9 h Brutto − 45 Min. Pause = 8:15 Stunden Netto

Gesetzliche Pausenzeiten: Was §4 ArbZG vorschreibt

Das Arbeitszeitgesetz §4 legt zwei feste Pausenschwellen fest. Alle weiteren Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten und der geplanten Reform finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zum Arbeitszeitgesetz 2026. Diese gelten für alle Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig von Branche, Unternehmensgröße oder Arbeitsvertrag.

30 Minuten Pause ab 6 Stunden Arbeit. Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, muss mindestens 30 Minuten Pause machen. Die Pause darf in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.

45 Minuten Pause ab 9 Stunden. Bei mehr als neun Stunden erhöht sich die Mindestpause auf 45 Minuten. Auch diese darf gestückelt werden, solange kein Abschnitt kürzer als 15 Minuten ist.

Bußgeld bei Verstoß: Wird die Pausenpflicht nicht durchgesetzt, droht nach §22 ArbZG ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Diese Pflicht gilt für alle Branchen und Unternehmensgrößen.

Ruhepausen vs. Ruhezeiten nach §5 ArbZG – ein oft verwechselter Unterschied

BegriffRegelungBedeutungFrist
Ruhepause§4 ArbZGUnterbrechung während des Arbeitstages30 Min. (6–9 h) / 45 Min. (>9 h)
Ruhezeit§5 ArbZGZeitraum zwischen zwei ArbeitstagenMindestens 11 Stunden

Ein Arbeitnehmer, der um 23:00 Uhr aufhört, darf frühestens um 10:00 Uhr am nächsten Morgen wieder anfangen. Für Arbeitnehmer in der Nachtschicht gelten zusätzlich besondere Zuschlagsregeln. Wie Sie Ihren Nachtschicht-Zuschlag berechnen, erklären wir Schritt für Schritt. Ausnahmen gelten für Krankenhäuser, Gastronomie und bestimmte Bereitschaftsdienste.

Was zählt als Arbeitszeit – und was nicht?

Diese Frage stellt sich täglich in deutschen Büros und Betrieben. Die Antwort hängt vom Kontext ab – nicht immer ist die Grenze eindeutig.

Zählt als Arbeitszeit

  • Rüstzeit (Hochfahren des Computers, Anlegen von Schutzkleidung)
  • Einloggen in betriebliche Systeme auf Anweisung des Arbeitgebers
  • Kurze Toilettengänge (elementares körperliches Bedürfnis)
  • Fahrt zum Kunden auf Anweisung ohne Dispositionsfreiheit
  • Übernachtungsreisen, wenn sie in die reguläre Arbeitszeit fallen

Zählt nicht als Arbeitszeit

  • Mittagspause (§4 ArbZG)
  • Raucherpausen (zählen als Ruhepausen und müssen abgezogen werden)
  • Normaler Arbeitsweg (kein Dienstreise-Auftrag)
  • Bereitschaftszeit ohne Einsatz (teilweise)

Graubereich – kommt darauf an

  • Homeoffice: Erreichbarkeit nach Feierabend
  • Regelmäßige längere Tätigkeiten außerhalb der Arbeitszeit
  • Reisezeit bei Dienstreisen (abhängig von Dispositionsfreiheit)
  • Bereitschaftsdienst je nach Branche und Vereinbarung

Tages-, Wochen- und Monatsarbeitszeit korrekt berechnen

Die tägliche Berechnung ist der einfachste Teil. Wochenarbeitszeit und Monatsarbeitszeit erfordern einen weiteren Schritt.

Formel für monatliche Arbeitsstunden: Wochenfaktor 4,35

Ein Monat hat nicht exakt 4 Wochen. Der korrekte Wochenfaktor für 2026 beträgt 4,35 – er ergibt sich aus 52,18 Wochen im Jahr geteilt durch 12 Monate. Formel: Wöchentliche Arbeitszeit × 4,35. Beispiel: 40 Stunden × 4,35 = 174 Stunden / Monat.

Jahresarbeitsstunden: Warum das Bundesland entscheidet

Bayern hat bis zu 13 gesetzliche Feiertage, Berlin und Bremen nur 10. Formel: (Arbeitstage − Urlaubstage − Feiertage) × tägliche Sollarbeitszeit. Beispiel Berlin (10 FT): (260 − 30 − 10) × 8 = 1.760 Stunden. Bayern (13 FT): 1.736 Stunden. Den vollständigen Rechenweg zeigt der Jahresarbeitsstunden-Rechner.

Überstunden berechnen: Soll-Ist-Vergleich

Überstunden entstehen, wenn die tatsächliche Arbeitszeit die Sollarbeitszeit überschreitet. Formel: Nettoarbeitszeit − Sollarbeitszeit. Beispiel: 8:45 h Netto − 8:00 h Soll = 0:45 h Überstunden (= 0,75 Dezimalstunden). Wie viel diese Überstunden in Euro wert sind und welche Zuschläge Ihnen zustehen, erklärt unser ausführlicher Ratgeber zum Thema Überstunden berechnen. Das ArbZG begrenzt den Durchschnitt auf 8 h/Tag über 24 Wochen.

Dezimalstunden und Industrieminuten – Umrechnung mit Tabelle

Lohnabrechnungsprogramme arbeiten mit Dezimalstunden. Die Umrechnung ist simpel: Minuten werden durch 60 geteilt. Industrieminuten teilen eine Stunde in 100 gleiche Teile. Eine ausführliche Umrechnungstabelle finden Sie unter Dezimal in Stunden.

MinutenDezimalstundenIndustrieminutenBeispiel
15 Min0,25 h25Viertelstunde
30 Min0,50 h50Halbe Stunde
45 Min0,75 h75Dreiviertel Stunde
60 Min1,00 h100Volle Stunde

Spezialfälle: TVöD, Minijob und 4-Tage-Woche

Das Arbeitszeitgesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer. Für bestimmte Beschäftigungsformen und Arbeitszeitmodelle gelten jedoch ergänzende oder abweichende Regelungen. Was passiert, wenn Ihre tatsächliche Arbeitszeit unter der Sollzeit liegt? Alles zum Thema Minusstunden im Arbeitszeitkonto inklusive Ihrer Rechte bei vom Arbeitgeber verursachten Fehlstunden.

Arbeitszeitrechner für TVöD-Beschäftigte

Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Dieser setzt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit auf 39 Stunden fest – nicht 40. Monatsstunden TVöD: 39 h × 4,35 = 169,65 Stunden / Monat. Für Bundesbehörden gilt der TV-L, der je nach Bundesland 39,5 oder 40 Stunden vorsehen kann.

Minijob und Arbeitszeit: Pflichten bei geringfügiger Beschäftigung

Minijobber (bis 538 Euro/Monat) unterliegen denselben Pausenpflichten wie alle anderen Arbeitnehmer. §4 ArbZG gilt uneingeschränkt. Arbeitgeber sind seit dem BAG-Urteil vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) verpflichtet, auch Minijob-Arbeitszeiten lückenlos zu dokumentieren – siehe Arbeitszeitkonto im Minijob.

4-Tage-Woche: Sind 10 Stunden täglich nach ArbZG legal?

Ja – unter einer klaren Bedingung. §3 ArbZG erlaubt eine Verlängerung auf bis zu 10 Stunden, wenn innerhalb von 24 Wochen der Durchschnitt von 8 Stunden täglich nicht überschritten wird. 4 × 10 h = 40 h / Woche. Tagesdurchschnitt über 5 Werktage: 40 ÷ 5 = 8 Stunden. Das Modell ist gesetzeskonform. Alle Voraussetzungen, Ausnahmen und Rechenbeispiele zur 10-Stunden-Regel im Arbeitszeitgesetz haben wir in einem separaten Leitfaden zusammengefasst.

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Verwandte Rechner

Häufige Fragen zum Arbeitszeitrechner

Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um Arbeitszeiten, Pausen und das Arbeitszeitgesetz.

Wie viele Stunden darf ich täglich arbeiten?

Nach §3 ArbZG beträgt die reguläre Höchstarbeitszeit 8 Stunden pro Tag. Eine Verlängerung auf 10 Stunden ist erlaubt, wenn der Durchschnitt über 24 Wochen nicht über 8 Stunden steigt. Eine regelmäßige Überschreitung der 10-Stunden-Grenze ist auch mit Tarifvertrag nicht zulässig, sofern keine gesetzliche Ausnahmeregelung greift.

Zählt die Mittagspause zur Arbeitszeit?

Nein. Ruhepausen nach §4 ArbZG zählen ausdrücklich nicht zur Arbeitszeit. Die Mittagspause verlängert den Arbeitstag um ihre Dauer. Wer um 08:00 beginnt, 30 Minuten Mittag macht und 8 Stunden netto arbeiten will, verlässt den Arbeitsplatz um 16:30 Uhr – nicht um 16:00 Uhr.

Was ist der Unterschied zwischen Ruhepause und Ruhezeit?

Ruhepause (§4 ArbZG): Unterbrechung während des Arbeitstages. Mindestens 30 Minuten bei mehr als 6 Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden. Ruhezeit (§5 ArbZG): Zeitraum zwischen zwei Arbeitstagen. Mindestens 11 ununterbrochene Stunden. Diese Frist beginnt mit dem letzten beruflichen Kontakt – auch eine E-Mail oder ein Anruf nach Feierabend setzt die Uhr neu.

Muss mein Arbeitgeber meine Arbeitszeit erfassen?

Der EuGH (C-55/18) hat entschieden, dass alle Arbeitgeber in EU-Mitgliedstaaten ein System zur täglichen Arbeitszeiterfassung einrichten müssen. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Pflicht für Deutschland mit Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) bestätigt. Die konkrete gesetzliche Umsetzung durch den deutschen Gesetzgeber steht noch aus. Die Erfassungspflicht gilt dennoch bereits heute – basierend auf dem BAG-Beschluss. Mehr dazu unter Arbeitszeiterfassung Pflicht.

Wie berechne ich Überstunden korrekt?

Überstunden = Nettoarbeitszeit minus vertraglich vereinbarter Sollarbeitszeit. Beispiel: Nettoarbeitszeit 9:15 Stunden, Sollarbeitszeit 8:00 Stunden → 1:15 Stunden Überstunden. In Dezimal: 9,25 − 8,00 = 1,25 Überstunden. Der Überstundenrechner übernimmt die wöchentliche und monatliche Gesamtberechnung automatisch.

Was sind Industrieminuten?

Industrieminuten sind eine Darstellungsform, bei der eine Stunde in 100 Teile geteilt wird statt in 60. Eine normale Minute entspricht 1,667 Industrieminuten. 7 Stunden 30 Minuten entsprechen 750 Industrieminuten oder 7,50 Dezimalstunden. Das Format wird in Zeiterfassungssystemen älterer Industrieunternehmen und manchen Lohnabrechnungsprogrammen verwendet.

Gilt das Arbeitszeitgesetz auch im Homeoffice?

Ja, vollständig. Das ArbZG unterscheidet nicht nach dem Arbeitsort. §2 Abs. 1 ArbZG definiert Arbeitszeit als die Zeit zwischen Beginn und Ende der Arbeit – unabhängig davon, ob diese im Büro oder am heimischen Schreibtisch geleistet wird. Pausenpflichten, Höchstarbeitszeiten und Ruhezeitvorschriften gelten im Homeoffice identisch.

Wer in einem flexiblen Arbeitszeitmodell arbeitet, sollte die Regeln rund um Gleitzeit, Kernarbeitszeit und Gleitzeitrahmen genau kennen.

Fazit

Das Arbeitszeitgesetz schützt Arbeitnehmer – aber nur, wenn die Arbeitszeit korrekt erfasst wird. Nutzen Sie den Arbeitszeitrechner täglich, um Pausen einzuhalten, Überstunden zu kontrollieren und Ihre Rechte zu kennen.

Redaktion Arbeitszeitrechner

Fachlich geprüft nach ArbZG · Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Rechtsberatung.